WiederSehen 2025

Arbeit. Macht. Gesellschaft. – Wer gestaltet die Zukunft?

 

Das WiederSehen 2025 fand am 11. Oktober in der ver.di Bundesverwaltung in Berlin statt.

 

Bericht vom WiederSehen 2025

Veranstaltungsbericht: WiederSehen 2025 – Arbeit. Macht. Gesellschaft. Wer gestaltet die Zukunft?

Unter dem Motto „Arbeit. Macht. Gesellschaft. – Wer gestaltet die Zukunft?“ kamen am 11. Oktober 2025 rund 90 ehemalige und aktuelle Stipendiat:innen des FES-Ehemalige e.V. in der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin zusammen. Die Veranstaltung widmete sich den gesellschaftlichen Veränderungen der Arbeitswelt, den Herausforderungen von künstlicher Intelligenz, sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Mitgestaltung. Diesen und weiteren Themen haben sich auch die diesjährigen Engagementpreisgewinner:innen gewidmet, über die wir uns sehr gefreut haben!

Nach einem herzlichen Empfang und der Begrüßung durch Rebecca Liebig, Mitglied des Bundesvorstands von ver.di, begrüßte der Vorstand die Teilnehmenden und eröffnete den inhaltlichen Teil des Tages. In vier parallellaufenden Workshops bot sich die Gelegenheit, aus verschiedenen Perspektiven über die Zukunft von Arbeit, Engagement und politischer Einflussnahme zu diskutieren.

Im gewerkschaftlichen Workshop „Zukunft gerecht gestalten“ (Sebastian Dohn, ver.di) stand die Frage im Mittelpunkt, wie Gewerkschaften sozialen Wandel aktiv mitgestalten können, von der Klimakrise bis zu KI. Ergebnisse waren unter anderem, dass Gewerkschaften sich Expertise aufbauen müssten, mehr Nahbarkeit und Offenheit praktizieren und politischen Entscheidungsträger:innen nicht nur stärker auf die Finger gucken, sondern diesen auch mehr Druck machen sollten. Investitionen in den sozialen Raum sollten zudem stärker priorisiert werden.

Der Workshop „Mastodon und die wirklich sozialen Medien des Fediverse“ (Mario Birkholz, Joint Laboratory for Bioelectronics) gab einen praxisnahen Einblick in dezentrale Kommunikationsplattformen als Alternativen zu kommerziellen Netzwerken. Die Teilnehmenden erprobten ganz praktisch die Funktionsweise von Mastodon, wie sie verschiedene Server/Instanzen dort nutzen können und welche Möglichkeiten das Fediverse für plurale Kommunikation und unabhängige digitale Vernetzung bietet.

Im Workshop „Wie engagiere ich mich erfolgreich?“ (Markus Pins, Engagementpreis-Team; sowie aktuelle und ehemalige Engagementpreis-Gewinner:innen) teilten die Engagementpreis-Gewinner:innen ihre Erfahrungen aus Projekten und Initiativen, die gesellschaftliches Engagement fördern. In einer offenen Gesprächsrunde wurde über Motivation, Belastung, Stressbewältigung und Solidarität im Ehrenamt diskutiert. Besonders herausgestellt wurden auch die verschiedenen Herausforderungen und Kontexte, denen die Teilnehmenden sich je nach Ehrenamt stellen müssen.

Der Workshop „Wie beeinflusst man politische Prozesse?“ (Javed Lindner, Endo.Politisch.Aktiv.) vermittelte Methoden, wie sich politische Anliegen wirksam platzieren lassen. Dabei wurde in praktischen Übungen mithilfe von „Elevator Pitches“ deutlich, wie wichtig die Wortwahl und Aufmachung einer Problematik ist. Anhand konkreter Beispiele wie Tempo 30 in Städten oder dem Mangel an Psychotherapieplätzen wurde deutlich, dass jedes Thema politisch gestaltbar ist, wenn es gut und klar kommuniziert wird.

Nach einer kurzen Aussprache im Plenum und einer Vernetzungspause folgte am Abend der feierliche Teil: die Keynote von Katja Mast, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales. In ihrer Rede spannte sie den Bogen von den Grundlagen des Sozialstaats – Löhne, Renten, Sozialhilfen und Bürgergeld – bis zu aktuellen politischen Kontroversen. Sie sprach über die Notwendigkeit, Arbeit auch wirklich so zu gestalten, dass sie sich lohnt. Beispielsweise hob sie hervor, dass Frauen besser darin unterstützt werden müssten, von Teilzeit- auf Vollzeitstellen umzusteigen. Auch sprach sie über die gesellschaftliche Verantwortung, gerechte Verteilung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Ihr Input und die anschließende Diskussion machten deutlich, dass sozialdemokratische Politik den Zusammenhalt stärkt, wenn sie soziale Sicherheit, Teilhabe und Zukunftsperspektiven miteinander verbindet. Die Impulse und Gespräche wurden als sehr bereichernd empfunden; und wir sind sehr dankbar, dass sich Katja – als ehemalige Stipendiatin sowie Vereinsmitglied des FES-Ehemalige e.V. – sich die Zeit für uns genommen hat.

Im Anschluss wurde der Engagementpreis des FES-Ehemalige e.V. verliehen, mit dem besonderes gesellschaftliches Engagement ehemaliger Stipendiat:innen ausgezeichnet wird. Mehr Infos dazu gibt es in dem Bericht zum Engagementpreis. Bei dem darauffolgenden gemeinsamen Abendessen und Austausch blieb viel Raum, um aufgenommene Fäden aus den Workshops und der Keynote fortzuführen.

Das WiederSehen 2025 hat einmal mehr gezeigt, wie stark das Engagement, die Erfahrungen und die Motivation der Teilnehmenden den Charakter und die Erkenntnisse einer Veranstaltung prägen. Die Vielfalt der Perspektiven – aus öffentlichem Dienst, Zivilgesellschaft und privaten Organisationen – bereicherte die Diskussionen und macht Mut, gesellschaftlichen Wandel weiterhin aktiv mitzugestalten. Das starke Netzwerk der Ehemaligen und Vereinsmitglieder bietet dabei eine besonders gute Umgebung und viele Möglichkeiten, um sich einzubringen.

Die Idee vom WiederSehen

Kennenlernen, diskutieren, Ideen teilen, Courage fördern, gemeinsam feiern – das große Ehemaligentreffen von FES-Ehemalige e.V. bietet einen Tag lang vielfältige Möglichkeiten zum Wiedersehen:

  • In Workshops zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen tauschen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus.
  • Am Abend verleihen die Mitglieder des FES-Ehemalige e.V. jedes Jahr den Engagementpreis des Vereins. Verliehen wird er von der oder dem Hauptredner/in des WiederSehens an gemeinnützige, soziale Initiativen. Weitere Informationen zum Engagementpreis.
  • Rednerinnen und Redner der vergangenen Jahre waren u.a. Klara Geywitz (2024), Stefan Zierke und Sawsan Chebli (beide 2018), Thorsten Schäfer-Gümbel (2017), Francesco de Meo (2016), Niels Annen (2015), Barbara Hendricks (2014), Peter Struck (2012), Wolfgang Thierse (2010), Gesine Schwan (2009), Peer Steinbrück (2008), Brigitte Zypries (2006), Anne Will (2003) und Frank-Walter Steinmeier (2002).
  • Daneben gibt es stets viel Zeit im festlichen Rahmen zum persönlichen Kennenlernen, Wiedersehen, Netzwerken und Feiern.

Kontakt

Fragen und Anregungen zum WiederSehen können gerne an geschaeftsstelle@fes-ehemalige.de geschickt werden.

Letzte Aktualisierung: Greta Bonnecke vor 4 Monaten